Die Ausrichtung
der PISA gerät zunehmend in Deutschland unter Kritik. Die PISA-Studie aus dem
Jahre 2000 orientiert sich insbesondere an dem Konzept der „Realistic
Mathematics Esucation“ welches überwiegend in Großbritannien und den
Vereinigten Staaten als Leitbild dient. Das deutsche Schulsystem geht dagegen
eher den Weg der fachlich differenzierten Bildung. So haben zum Beispiel
deutsche Schüler genau bei den Fragen die eine fachliche Nähe zu einem
Teilgebiet überdurchschnittlich abgeschnitten. Auch die Konzeption des
Pisa-Lesetests 2000 ist weit von den Lehrplänen des Deutschunterrichts
entfernt. Während an den deutschen Schulen ein breites Spektrum literarischer
Texte behandelt wird, dominieren im Pisa-Test Sachtexte, wie
Gebrauchsanweisungen, technische Beschreibungen und Zeitungsberichte.
Richard Münch führt
diese Kluft des deutschen Bildungssystems und der PISA-Studie in seiner im Februar
2009 erscheinenden Studie „Globale Eliten, lokale Autoritäten: Bildung und
Wissenschaft unter dem Regime von PISA“, McKinsey & Co. Frankfurt (Edition
Suhrkamp, 2009) auf den Mangel der fächerübergreifenden Grundkompetenz zurück. Nach
Münch fehlt dem deutschen Bildungssystem ein fächerübergreifend methodisches
Vorgehen für die breite Masse. Aus diesen Gründen sieht Münch eine Unterwerfung
(unterdurchschnittliches Abschneiden) der deutschen Kultur des Fachwissens
unter die angloamerikanische Fokussierung auf allgemeine Kompetenzen in der
PISA-Studie. - Die Konsequenz ist eine unzulängliche Interpretation der
PISA-Studie.